15. Juli 2012

Anarchie in Kreuzstich

Meine neueste Stickerei ist fertig und auch schon weitergereicht. Über Twitter hab ich eine Anfrage nach einem kreuzgestickten Anarchie-Logo bekommen. Da das eigentlich ganz gut zu meinem Stil passt, hab ich den Auftrag gerne angenommen.

Ich steh auf Brüche und Kontraste. Und was ist widersprüchlicher als das universelle Zeichen für Chaos und Regellosigkeit Stich für Stich, Kreuz für Kreuz in sauberen Reihen streng nach Entwurf auf Stoff zu sticken?


8. Juli 2012

Sommerliche Wimpelkette für den Garten

Die wundervolle Daklue hatte Geburtstag. Und ist darüberhinaus noch in eine neue Wohnung mit Garten gezogen. Ein Garten!!! Da ich selbst schon lange von einer schicken Wimpelfahne für meinen (noch nicht vorhandenen) Garten träume, hab ich ihr eine für ihre grüne Oase genäht.


Einmal tief durch meine Stoffberge gewühlt und die passenden Farben und Stoffarten rausgesucht. Die Wahl ist auf zwei Vorhänge (weiße Baumwolle und violetter Organza) und Stoffreste von zwei Kleidern gefallen. Wichtig für einen nicht-versäuberten Fähnchen-Banner: Die Stoffe müssen relativ leicht und luftig sein.  Nur so sieht es schön sommerlich aus.


Dann hab ich je sechs Stoffstücke von jeder Sorte zugeschnitten. Zwei Stoffe in Wimpelform, zwei Stoffe in Rechtecke. Dabei hab ich mir angeschaut, wie der Stoff am Rand franst. Der hellgrüne Stoff franst überhaut nicht aus, also hab ich ihn gerade mit dem Rollcutter geschnitten. Der gemusterte Grüne jedoch umso mehr. Daher musste hierfür die Zickzack-Schere ran, ebenso wie für die weiße Gardine. Auch der violette Organza franst, aber recht harmlos und wenn man den Stoff reißt statt schneidet ergibt es sogar einen ganz schönen Effekt.

Natürlich hatte ich kein Schrägband im Haus - und ich war mir doch ganz sicher, dass ich welches gekauft hab! Egal, machma auch selber. Von der weißen Gardine ist noch einiges übrig. Also hab ich sie kurzerhand in gleichmäßig breite Streifen gerissen, circa 8 Zentimeter breit. Gerissen, weil man so einfach einen perfekten, graden Abschluß hinbekommt, da der Stoff mit dem Fadenlauf reißt. Also sind die Streifenränder parallel. Dann alle Streifen an der kurzen Seite zusammengenäht, um einen laaaaangen Streifen zu bekommen. Einmal mittig gebügelt. Dann die Seiten zur Mitte einklappen, bügeln, zusammenfalten, nochmal bügeln. Zack, hab ich ein Einfassband.


Hier kommt die Oberseite der zugeschnittenen Fähnchen im Sandwich-Prinzip zwischen, mit Stecknadeln geheftet und einmal drüber genäht. Vorne und hinten genügend Band lassen, damit man die Wimpelkette noch anbinden kann. Fertig!




5. Juli 2012

Projekt Herrenhemd: Glitzerkragen

Alles zum Projekt Herrenhemd findet ihr hier.  
 
Dem weißen Hemd ist es wortwörtlich an den Kragen gegangen. Fein säuberlich abgelöst, ein wenig gekürzt und mit Glitzersteinen beklebt erstrahlt der Hemdkragen jetzt solo als Accessoire.


 Was ich genau gemacht habe: 


Den Kragen mit einem Nahtrenner und einem Skalpell vom Hemd gelöst. Schön vorsichtig, das auch wirklich nur die Naht aufgeht und ich nicht in den Stoff schneide. Danach um den Hals gelegt und gemerkt, dass er viel zu groß ist. Hinten zerschnitten und ein gutes Stück rausgenommen. Beide Enden miteinander verschürzt und mit einem Saumband versäubert. Die untere Naht, wo vorher das Hemd war, wieder zugenäht. Den Knopf ausgetauscht, damit er zu den Glitzersteinen passt. Diese mit Schmucksteinkleber auf die Kragenspitzen geklebt. Gemerkt, dass sich der Kragen, wenn er am Hals geschlossen ist, irgendwie immer verschiebt. Daraufhin innen eine Öse angenäht. Hat nicht gereicht, Öse löst sich immer wieder, dumme Idee. Also vorne noch einen Druckknopf dazu gepackt. Hält Bombe. Zu faul, die Öse hinten ebenfalls gegen einen Druckknopf auszutauschen. Würde ich aber nächstes Mal von vornherein machen.



Wie man den Glitzerkragen trägt: 

Am besten gefällt er mir mit einem bunten T-Shirt, wie in der Mitte. Auf schwarz sieht es sehr elegant aus, hat aber auch ein bisschen was von Playboy-Mansion-Häschen. Mit dem restlichen weißen Hemd, das den Kragen gelassen hat, ist es recht feierlich. Aber dazu mehr in einem anderen Post.

Ganzkörperfotos gibt es heute nicht, der Fotograf war nicht in Reichweite. Daher nur beschnittene Selbsauslöserbilder und ein verschwommenes Instagrampic.

2. Juli 2012

Projekt Herrenhemd: Spitzensache

Alles zum Projekt Herrenhemd findet ihr hier.

Das karierte Freizeit-Hemd hab ich von meinem Freund geerbt. Es spannt ein wenig über der Brust, aber ansonsten sitzt es. Dem Hemd fehlt nur ein bisschen die weibliche Note. Und was wäre femininer als cremefarbene Spitze?

Die Idee für das "Spitzenhemd" kommt von A Beautiful Mess und folgt der Anleitung aus diesem Post. Außerdem habe ich das weiß-karierte Hemd noch mit schwarzem Tee eingefärbt, damit es zu dem gebrochenen Weiß des Spitzenstoffs passt.


Diese Änderung ist wirklich easy-peasy und wer ein bisschen mit seiner Nähmaschine umgehen kann, ist damit an einem Nachmittag fertig. Man könnte es sogar problemlos mit der Hand nähen, soviele Nähte sind es nicht.

Projekt Herrenhemd


In meinem Schrank tummelt sich ein großer Stapel Herrenhemden. Einige kleiner von meinem Freund, einige wesentliche größere, die ich von meinem besten Freund geerbt habe. Letzerer hat bei 2 Meter Körpergröße über 40 Kilo abgenommen, das heißt: Diese Hemden sind wirklich XL! Die Hemden sind einfach noch zu wenig getragen und zu gut, um sie zu entsorgen. Überhaupt: Wenn ich überlege, was ich für Stoff als Meterware bezahle, wäre ich ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich diese baumwollene Goldmine nicht ausschöpfe! Es gibt so viele Möglichkeiten, wie man Hemden umnähen und weiterverwerten kann, dass ich für mich das Projekt Herrenhemd ausgerufen habe. Ein kleiner Blick ins viel zu dünne Portemonaie unterstützt diese Idee noch weiter...

An meinem Pinterest Board "Man's Shirt Revamps" findet ihr eine wachsende Sammlung meiner Inspiration für diese Upcycling-Projekt. Ich habe mir vorgenommen, mindestens drei Hemden zu einem neuen Zweck zu verhelfen. Vielleicht werden es auch mehr? Man wird sehen.

Das Kleidung weiterverwerten nicht bedeuten muss, die pinken Pferdepullis der älteren Cousine aufzutragen, beweisen mittlerweile einige kleine Label auf sehr modische Art.

Selbst in der Hand und auf der Haut hatte ich schon Teile des österreichischen Labels *Milch, die nicht nur Herrenhemden, sondern insbesondere auch Anzughosen zu extrem stylishen neuen Kleidungsstücken recylen. In Düsseldorf führt zum Beispiel Suburbia *Milch-Produkte, ein weiterer Grund, dieser kleine, aber sehr feine Boutique mit dem Motto "Don't Panic, it's Organic!" zu besuchen. Viele weitere Labels und Ideen findet ihr unter anderem bei Upcyling Fashion.

Fashion Recyling by *Milch


24. Juni 2012

Erdbeeren, soweit die Zunge schmeckt

Dieses Wochenende gab es Erdbeeren. Sehr viele extrem leckere Erdbeeren in den unterschiedlichsten Varianten. In Düsseldorf-Hamm ist ein Bauer mit Hofladen, der die weltbesten Erdbeeren anbaut. Sie sind zuckersüß, tiefrot bis in den Kern und der Strunk lässt sich mit einer einfachen Drehung rausziehen. Sie schmecken so, wie ich mich an Erbeeren aus meiner Kindheit erinnere. Wenn man etwas damit zubereitet, hat man fast das Gefühl künstliches Aroma genommen zu haben, weil die Früchte so intensiv sind. Ich befürchte, ich mag nie wieder andere Erdbeeren essen!

Und da ich nicht oft nach Hamm komme, hab ich direkt einen großen Korb gekauft, der schnell verarbeitet werden musste. Als Erstes gab es den Klassiker: Einfach nur mit Milch und einem Schuß Sahne. Dann zum Frühstück Pancakes mit Erdbeeren, Frischkäse und Grafschafter Goldsaft (in Ermangelung von Ahornsirup). Zum Mittag einen Salat mit Büffelmozarella-Erdbeer-Spießen. Hierfür die Früchte vor dem Aufspießen kurz in etwas Essig, Zucker, Salz und Pfeffer ziehen lassen. Göttlich!

Der krönende Abschluß: Erdbeer-Cheesecake im Glas als Dessert.



Hier das schwer improvisierte Rezept. Mengenangaben sind π * Daumen, Zucker zum Beispiel kann man immer noch nach Geschmack nachschütten.

Rezept Erdbeer-Cheesecake mit Keksboden

(ergibt 2 Gläser oder 4 kleinere Nachtischförmchen)


Zutaten:
10 Vollkornbutterkekse
50g Butter
1 Eßl Rübensirup (oder Ahornsirup, oder weglassen. Macht's nur ein bisschen karamelliger)
große Prise Zimt
kleine Prise Muskat
2 TL Orangenmarmelade
100 g Frischkäse
50g Natur-Joghurt (oder Zitrone, das wäre noch besser!)
Saft einer halben Zitrone
etwas Zitronenschale
3-4 Eßl Zucker
1 TL Vanille-Zucker
1/2 Beutel weißer Tortenguss
 3 Handvoll Erdbeeren


Zubereitung:
Butter schmelzen, Kekse krümeln und beides mit Rübensirup, Zimt und Muskat vermischen. Diese Masse in zwei Glasboden drücken. Darauf je einen Teelöffel bittere Orangenmarmelade verteilen.

Frischkäse, Joghurt, Zitronensaft und abgerieben Schale vermischen. Erdbeeren waschen und kleinschneiden. Zur Seite stellen. 

75 ml Wasser mit dem Tortenguss und den Zuckern aufkochen und kurz abkühlen lassen. Die Hälfte unter den Joghurt heben und eventuell mit weiterem Zucker abschmecken. Den restlichen Tortenguss mit 2/3 der Erdbeeren weiterköcheln lassen. Noch etwas Wasser (aber nur wenig!) dazugeben, damit es nicht klumpt. Den Erbeermus durch ein Sieb passieren.

Die frischen Erdbeeren auf die Frischkäsecreme und darüber das Erdbeermus. Ab in den Kühlschrank und für 2,3 Stunden kaltstellen. Schmeckt als Dessert oder zum Fernsehen oder nebenbei oder als Trostpflaster, weil morgen Montag ist. (In nur zwei Gläser aufgeteilt ist es eine sehr reichliche Portion, zu viel zum Nachtisch, würd ich sagen.)

PS: Noch mehr Leckereien wie immer bei der Initiative Sonntagssüß. Und wenn ihr schon am Surfen seit, besucht doch mal meine funkelnigelnagelneue Facebook-Seite!

··· credits ···  
blog photo templates

19. Juni 2012

BlogSt: Blogger-Workshop in Köln

Oben: lecker Essen, unten: lecker Mädschen (Barbara von finfint. und Ricarda von 23qm Stil)

Mein erster Blogger-Workshop liegt hinter mir und es wird höchste Zeit für ein kurzes Resümee. Denn das habe ich am Samstag gelernt: Blogs sollten aktuell sein. Sonst haben es schon alle anderen gemacht, bis du endlich in die Puschen kommst. Ich hab trotzdem wieder 3 Tage gebraucht. Aber auch das ist mir im Kopf geblieben: "Geh immer deinen Weg und bleib Dir treu!" Und ich bin mir halt treu in meiner etwas trantütigen Art!

Organisiert wurde der Workshop von Ricarda (23qm Stil), mit tatkräftiger Unterstützung von Susanne (La Petit Cusine) und Caro (Sodapop). Der Vormittag stand ganz im Sinne "Wissenswertes und Organisatorisches": Rechtliche Grundlagen, technische Vorraussetzungen, Einsatz von Social Media Tools und die große Frage: Worüber schreib ich eigentlich am besten? (Und worüber besser nicht?) Ricarda hat eine super Rundumschlag geliefert, bei dem für jeden was Neues dabei war.

Wer war dabei?

Die Gruppe war sehr gemischt: Von bloggenden "Urgesteinen" (O-Ton Cati Basmati: Ich glaub, ich blog schon so lange wie es das Internet gibt), über leidenschaftliche Kreativblogger, die auch schon länger dabei sind (Scrap-Impulse), dieses oder letztes Jahr angefangen haben (Papierlabor, Two Cute Wishes, Anja Piranja und Morgenschön), mund-wässrig-machenden Foodies (Ess.raum, Finfint.), inspirierenden  Interior-Stylisten (Happy Home Blog & Signorina Angelina), Fashion Divas (La Stylissima), digitale Wedding-Planer (Verrückt nach Hochzeit) und Corporate Blogger (Sonja vom Galeria Blog) bis zu neugierigen noch-nicht-aber-jetzt-sicher-bald Bloggerinnen.

Von der Theorie in die Praxis

Nach der Mittagspause ging es in den praktischen Teil über. Bei Caro haben wir einiges über Photoshop gelernt, was ich  auch direkt mal angewendet habe (wie man hoffentlich sieht :) ). Ich hatte zwar die ganze Zeit meine Kamera über der Schulter, doch fotografiert hab ich leider schlecht wenig. Daher nur eine spärliche Beute, die dringend mit einigen Effekten aufgehübscht werden musste. Caro wusste, wie man Photoshop von Grund auf erklärt und das sehr komplexe Programm so runterbricht, das auch Photoshop-Novizen die Angst genommen wurde.

Danach dann zu dem Tagespunkt, auf den ich mich heimlich am meisten gefreut habe: Der Still-Life- und Food-Fotografie-Workshop mit Susanne. Ich bin zuvor schon durch ihr Portfolio gestreift und war einfach begeistert von den großartigen Bildern. Sie hat damit begonnen, was mir besonders schwer fällt: Schaltet die Automatik-Funktion eurer Kameras komplett ab! Auch den Autofokus, Blende und Zeit sowieso! Das wird harter Tobak, aber anders geht es nicht, wenn die Kamera wirklich machen soll, was man will. Und nicht anders herum. Ich werd mir jetzt auf jeden Fall ein Stativ anschaffen und mich an die manuellen Einstellungen meiner Kamera heranwagen. Und dabei immer im Kopf behalten, das Bilder Geschichten erzählen sollen.

Unten links: Das Dream-Team Ricarda, Susanne und Caro

Ausklang

Als es dann zum letzte Tagesordungspunkt überging - After-Work(shop)-Essen in der Mangeria Köln - war sofort alles, was ich grad gelernt hab, wie weggeblasen. Unmotivierter Motivanschnitt, schlampige Bild-Komposition und falsche Iso-Werte, alles findet sich in meinen Bildern wieder. Aber jetzt seh ich es jedenfalls. Ein erster Schritt, oder? :)

Wir sind in einem solchen Blitzlichtgewitter in die Mangeria eingefallen, das manch Schaulustiger den roten Teppich gesucht haben mag. Und das war mit das Schönste an dem Treffen: Keiner nölt rum, du sollst doch mal die Kamera weglegen und fragt dich, warum du schon wieder sein Essen fotografierst. Wir waren einfach alle auf einer Wellenlänge und hatte keine Probleme, mit jedem schnell ein Gesprächsthema zu finden.

Ich hab jetzt auch nicht mehr das Gefühl, so vollkommen in den leeren Raum zu bloggen. Und die Zweifel: „Wer liest das eigentlich, wen interessiert es und macht das alles überhaupt Sinn?“, haben auch alle anderen, egal wie bekannt und toll ihre Blogs sind. Oder wie Cati Basmati so treffen schrieb: „Das sind Menschen wie ich und ich."

Es war ein rundum gelungener Tag und ich bin gespannt, wie es mit BlogSt weitergeht.  Das war sicher nicht der letzte Workshop von dem BlogSt-Team und ich bin gerne wieder dabei.

14. Juni 2012

Analog statt Digital


I COULD HAVE DONE THIS.. from Briar Mark on Vimeo.

Handarbeit ist wie das Wort schon sagt: Arbeit! Briar Marks hat sich hingesetzt und einen Satz gestickt, der sich in wenigen Sekunden einfach hätte ausdrucken lassen. Aber sie hat 37,5 Stunden daran gearbeitet. Das Ergebnis ist großartig und das Video bieten einen tollen Einblick in ihre Arbeitsweise und die krasse Zeitspanne, die es braucht, um etwas von Hand zu sticken.

Penny Nickels hat zu dem Thema auch einen Video-Tumblr ins Leben gerufen: This Is Hand Made.
"If you can't sit through 5 minutes of mind-numbingly boring ass handwork, then you don't get to whine about how much it costs. It's just as tedious for us as it is for the viewer. It really is."

Schaut mal rein, es lohnt sich den Craftern und Künstlern bei der Arbeit zu zu sehen. Für viele ist es bestimmt langweilig, aber ich find's schon beinahe meditativ. Und wenn ihr das nächste Mal was Handgemachtes kauft: Denkt daran! 

Das Video erinnert mich darüberhinaus auch an die gestickten Poster von Gergana Plummer.